August-Interview 2009, Bei DSV Aschaffenburg

Ein kleines Fotoshooting war natürlich auch dabei.

Steffen machte seine Sache sehr gut, wenn man bedenkt das er im Prinzip noch als Fahranfänger gilt...RESPEKT!!!

Wir haben Freitag den 07.Aug.2009 und wir befinden uns auf dem Weg ins ferne Aschaffenburg.

Auf zu unserem ersten Interview mit einem Kraftfahrer oder sagen wir mal lieber mit einem angehendem Kraftfahrer. Na, wir werden sehen.

Verabredet sind wir mit Steffen Reuß, er ist 24 Jahre jung und Berufskraftfahrerazubi im 2. Lehrjahr bei der DSV in Aschaffenburg.

Da wir uns ja vorgenommen haben über den Alltag der Kolleginnen und Kollegen zu berichten, fanden wir es wichtig auch grade in dieser Zeit junge Leute mit einzubeziehen. Um zu zeigen, dass der Berufskraftfahrer nichts, aber auch rein gar nichts mit Countryfestivals zu tun hat, wie fälschlicherweise allgemein angenommen.

 

 

 

 

Wir werden von Steffen empfangen und können die betriebseigene Kantine nutzen, um uns zu unterhalten.

Steffen ist der 1. Auszubildende zum Berufskraftfahrer der bei der DSV-Aschaffenburg eingestellt wurde. Bis zum heutigen Tag werden in der Betriebsstätte in Aschaffenburg noch 3 weitere Azubi's beschäftigt, von denen einer extra, wegen der Ausbildung, aus Spanien nach Deutschland gekommen ist.

 

 

Uns interessierte wie Steffen seine Ausbildung begonnen hat und was er in den Monaten bis zum Erwerb seines Klasse CE Führerscheins als Azubi lernen konnte.

 

" Ganz am Anfang habe ich mich mit der Technik des LKW's in der hauseigenen Werkstatt vertraut machen können. Dort hab ich einige Wochen bei den Wartungs.- und Reparaturarbeiten helfen dürfen, was mir in der Berufschule sehr zugute kommt. Denn auch dort ist Fahrzeugtechnik eines der Hauptfächer."

 

Konntest du noch andere Bereiche durchlaufen die für den Beruf relevant sind?

 

"Ja natürlich, ich war noch einige Wochen bei den Kollegen im Lager und konnte mich auch dort mit dem betrieblichen Ablauf der Einlagerung und Verladung von Waren und vor allem mit dem fachgerechten Umgang der Verlademittel wie z.B. Stabler, Hubwagen und Rampen vertraut machen.

Auch meine ersten Erfahrungen mit Ladungssicherung konnte ich dort machen."

" Ich hatte auch noch die Möglichkeit  einige Wochen in der Disposition mitzuarbeiten, so konnte ich mir auch dort ein Bild davon machen

wie eine Spedition funktioniert."

 

Wann durftest du dann nun endlich fahren?

 

"Nachdem ich die ersten Wochen ja in der Werkstatt war, hab ich nach ca. 3 Monaten mit dem CE Führerschein angefangen. Während meiner Lagertätigkeit hatte ich bereits den Staplerschein gemacht, um auch dort richtig mitarbeiten zu können. Nachdem ich den Klasse CE hatte, durfte ich auf dem Betriebsgelände erst einmal mit unserem Wiesel anfangen.

Damit werden die Wechselbrücken umgesetzt.

Ich konnte auch schon mit dem LKW das auf und abbrücken, sowie das rangieren mit dem Anhänger und auch mit Sattelfahrzeugen üben.

Dabei standen mir meine erfahrenen Kollegen immer mit Rat und Tat zur Seite."

 

" Ich bin dann die ersten Monaten immer mit einem Kollegen unterwegs gewesen, als es dann endlich auf die Strasse ging.

Auch hier hatte ich eigentlich nichts zu befürchten, denn mir wurde alles gut erklärt und gezeigt. Die ersten Touren alleine hab ich dann im Fernverkehr gemacht. Erst später hab ich Touren im Nahverkehr dazu bekommen, als ich mich ans alleine fahren gewöhnt hatte."

 

 

Wie kommst du in der Berufsschule zurecht?

 

"Die Schule ist ansich ganz cool, sie findet alle 5-6 Wochen statt. Leider

muß ich dafür immer bis nach Kulmbach, wo ich dann eine Woche bleibe.

Sie ist natürlich sehr berufsbezogen, wie ich es auch schon aus meiner ersten Ausbildung kenne, jedoch sollte man sie nicht auf die leichte Schulter nehmen."

 

Du hast schon eine Ausbildung gemacht?

 

" Ja, ich hab zunächst Groß,- und Aussenhandelskaufmann gelernt und war danach 2 Jahre bei der Bundeswehr."

 

Wie bist du da anschließend zu gekommen ausgerechnet Berufskraftfahrer zu werden?

 

" Ein klein wenig war ich durch den Großvater vorbelastet. Aber eigentlich hat mich der Beruf schon immer interessiert, also dachte ich mir das ich es einfach mache. Bisher hab ich es nicht bereut."

 

Wie siehst du deine Berufschancen in der Zukunft?

 

" Ich sehe sie sehr positiv, sonst würde ich es ja auch nicht lernen wollen. Klar ist der Beruhskraftfahrer nicht wie in einer Fabrik zu arbeiten. Die Tage sind schon etwas anders gestaltet, dafür mache ich aber auch nicht immer dasselbe und das ist wohl der eigentliche Reiz

neben der Technik mit der man im Beruf umgehen muß.

Es ist schon spannend zu lernen ein solch großes Gefährt zu bewegen.

Etwas kollegialer würde ich es mir auf der Stasse wünschen wenn ich könnte. Und vielleicht ein bisschen mehr Anerkennung für das was die vielen Kolleginnen und Kollegen leisten tagtäglich und das nicht nur von der eigenen Firma."

 

Wir möchten uns im Anschluß recht herzlich bei der Firma DSV-Aschaffenburg und ganz besonders bei Herrn Kohl, der dort Ausbildungsleiter ist, sowie bei Steffen bedanken.

© 2009 Kraftfahrer-Lobby